Medien · 15.06.2013 · Jack Ewing / PRISM
Interview mit der New York Times
Im Juni 2013 sprach ich als deutscher Blogger, der seinen Facebook-Account gelöscht hatte, mit dem New-York-Times-Journalisten Jack Ewing — im Kontext von PRISM und der Frage, ob es Alternativen zu Facebook & Co. gibt.
Der NYT-Artikel selbst liegt heute hinter Paywall / ist als freier Volltext nicht
zuverlässig crawbar. Hier der damalige Standpunkt aus dem eigenen Blog — plus
ein Satz aus dem Jahr 2026.
Was ich 2013 einschätzte
- „Eine Kehrtwende wird es speziell wegen PRISM nicht geben.“
- Nutzer können die Konsequenzen oft nicht fassen — sie glauben, nur bewusst eingegebene Profildaten würden gespeichert.
- Realität: Geoinformationen, Netzwerkbeziehungen, Schattenprofile, Surfgewohnheiten über Like-/Share-Buttons auf fremden Seiten.
- US-Regierung kann im Grenzfall Facebook + Google + Apple + Cloud-Dienste abgleichen.
- Verweis auf Open-Source-Alternativen (damals u. a. prism-break.org).
2026: „Was ich der NYT sagte, ist heute Alltag“
Plattformmacht, Tracker, Shadow Profiles und der Handel mit Aufmerksamkeit sind kein Geheimdienst-Special mehr, sondern Produkt-Default. DSGVO und Cookie-Banner haben Transparenz erzwungen — aber nicht die Anreizstruktur geändert. Wer 2013 „löschen“ als Signal verstand, meinte denselben Hebel wie heute: weniger Futter für die Maschine.
Siehe auch: The Prism · Tschüss Facebook