Xovi

Zukunft: Währungsreform bei Suchmaschinen?

Die Währung des Internets lautet heute: “a href” – so beginnt im Quelltext nämlich die Definition eines Links.

Zu Beginn des Internets wurden Links gerne gesetzt, Puplikationen wurden gegenseitig über den Link referenziert. Es handelte sich also – wie auch heute um Empfehlungen. Im Bezug auf Suchmaschinen haben Links einen magischen Effekt – desto mehr Links auf eine Seite verweisen, desto wichtiger muss die Zielseite logischerweise sein.

Daher wurden mit zunehmenden Wachstums des Internets, Linklisten eingeführt und der Linktausch boomte. Für die Suchmaschinen wurde es zunehmend schwerer, ernstgemeinte Linkempfehlungen zu erkennen.

Eine logische Schlussfolgerung: der reziproke Linktausch (also A->B und B->A) also “Kumpellink” wurde nicht mehr so stark gewichtet, wie eine offensichtlich einseitige Linkempfehlung (nur A->B). Hinzu kam, dass die Stärke des Links ausgehend von der Stärke der abgebenden Seite gewertet werden.

Auf das echte Leben bezogen – ausgedrückt: Wenn 5 Personen ein Restaurant empfehlen ist das gut. Wenn auch noch 2 Köche dabei sind, die das Restaurant empfehlen, dann muss das Restaurant wohl sehr gut sein. Die Köche werden im Internet als Autoritäten bezeichnet.

Mit dem Einzug der Kommerzialisierung im Internet wurde die Position innerhalb einer Suchanfrage in den Suchmaschinen zu einem entscheidenden Faktor. Wer vorne mit dabei sein will, der braucht viele und vor allem starke Links. Abgesehen von themenrelevanten Inhalten und einer vernünftigen Struktur sind Links heute das Mass aller Dinge.

Aber woher kommen die Links? Linktausch wurde bereits vor Jahren zu einer Wissenschaft – so werden heute Linknetzwerke geschaffen, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zwischen A und B ergeben C und D bis Z spielen mit hinein, desto verworrener desto gut – alles muss fein säuberlich geplant und verwaltet werden. Dies zu administrieren erfordert eine Menge Zeit – die Geburtsstunde des SEO – einer Personengruppe, die sich unter anderem mit dem sauberen Linkaufbau von breiten Linknetzwerken auseinandersetzen.

Einfacher scheint es, selbst kurzfristig Links zu beschaffen. Ein freundliches Mail an eine Themenrelevante Seite und als Antwort bekommt so mancher ein Angebot für einen Link, welches den Anschein erweckt, als würde das hinzufügen eines Links eine programmiertechnische Herausforderung darstellen – denn hier werden harte Euros verhandelt. Der Linkkauf setzte sich als Alternative zum zeitaufwändigen Linknetzwerkaufbau dennoch mehr und mehr durch.

Die Dunkelziffer des “neuen Marktes” für den Linkkauf ist nicht schätzbar – der Prozess des Linkankaufes befindet wird bei einigen Suchmaschinenbetreibern als sehr grenzwertig gesehen. Zwar “verbietet” auch google den Linkkauf nicht generell – jedoch darf der Linkkauf nicht zur Beeinflussung der Rankings führen. Demnach ist der Linkkauf für genau das verfolgte Ziel also nicht zulässig, google straft den offensichtlichen Linkkauf daher mitunter manuell ab. Die Abstrafung kann bis zur zeitweiligen Verbannung der Seite aus dem googleindex führen – die Seite wäre bei google nicht mehr, oder nur sehr schlecht zu finden.

Dennoch dürften Weltweit monatlich mehrere Millionen Euro den Besitzer für Links wechseln. Da auch die Konkurrenz nicht schläft, schaukelt sich das Investitionsvolumen langsam auf – wurden zu Beginn beispielsweise nur 50 Euro pro Monat für Links ausgegeben, hat die Konkurrenz  auf 100 Euro aufgestockt. Folglich würde dies bedeuten, dass Budget auf 150 Euro aufzustocken zu müssen um Konkurrenzfähig zu bleiben, immer mit dem Risiko verbunden, dass der Suchmaschinenbetreiber hinter die Machenschaften kommt und die Seite aus dem Index verbannt. Das freie setzen von Links gehört der Vergangenheit an – wenn überhaupt noch freiwillig Links gesetzt werden, dann zunehmen oft mit dem Nofollow – Attribut.

Eine Regulierung des Linkkaufmarktes scheint derzeit nahezu unmöglich, selbst Google bittet um Hinweise aus der “Nachbarschaft” – in Zukunft sicherlich eine arbeitsintensive, wenn nicht sogar unzumutbare Aufgabe.

Somit stellt sich die Frage: Wird der Link, also die gute alte Empfehlung als Rankingfaktor durch andere Faktoren abgelöst oder zumindest ergänzt? Mit Sicherheit!

Die Suchmaschinen werden in Zukunft noch mehr versuchen, indirekt den Nutzer zu befragen indem Sie (sofern möglich) sein Benutzerverhalten aufzeichnen. Nutzer die nur kurz auf bestimmten Seiten verweilen, finden das Angebot offensichtlich nicht zutreffend. Verhalten sich viele Nutzer auf der gleichen Seite ähnlich, werden Suchmaschinen dies für die Zukunft zu berücksichtigen wissen und die Seite entsprechend des Nutzerverhaltens in den Suchmaschinentreffern einstufen.

Zeitgleich wird das Social Media Verhalten als weiteres Indiz gemessen werden. Berichten viele über ein Thema und verweisen dabei kurzfristig auf eine (oder wenige) Seite(n), so werden diese auch entsprechend in Echtzeit an Bedeutung gewinnen, aber auch wieder “verlieren” sobald das Thema nicht weiter behandelt wird. Eine klassische Topplatzierung zu einem Thema wird es möglicherweise schon bald nicht mehr bei den relevanten Suchmaschinen geben – und das ist – im Bezug auf den Suchenden auch gut so!

Bislang keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar