Und was ist mit Google?

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19. Dez
2012

In meinem Beitrag über meinen Austritt bei Facebook habe ich angekündigt, auch ein paar Zeilen über unsere Lieblingssuchmaschine Google zu schreiben. Immerhin genießt der Suchmaschinengigant in Deutschland einen Marktanteil von 95,9%.

Das Problem von Google

Eigentlich hat Google kein Problem! Zumindest nicht, wenn man sich die Gewinnzahlen in Euro ansieht: 2,3 Milliarden Euro GEWINN erwirtschaftet der Suchmaschinenkonzern im 2. Quartal 2012.

Haupteinnahmequelle sind seit Jahren die Google Adwords, also die als Werbung geschalteten Anzeigen in den Suchmaschinenergebnissen sowie im Werbenetzwerk von Google. Darüber hinaus engagiert sich Google in verschiedenen Disziplinen, so beispielsweise auch im Mobilfunkmarkt – 2005 kaufte Google das Unternehmen “Android” und entwickelte daraufhin das gleichnamige Mobile Betriebssystem im Rahmen der eigens gegründeten Open Headset Alliance.

Unmittelbare Umsätze lassen sich aus dem Android Betriebssystem nicht generieren, aber Google wäre nicht Google, wenn daraus nicht doch ein paar Taler Umsatz generiert werden könnten. Dazu später mehr – erst einmal zu Fragestellung: Welches Problem hat Google denn nun?

Ich wäre zu gern dabei gewesen, als in Mountain View der Groschen gefallen war: Facebook! Die haben etwas sehr Wertvolles, was wir nicht haben! Den Mensch und seine Daten! Seit Jahren verdient sich Google eine goldene Nase mit menschlichen Suchanfragen, aber richtig kennen…? Fehlanzeige! Sie wussten nicht, wer da sucht. War ja letztlich auch egal!

Mit dem Aufkeimen der sozialen Netzwerke wurde klar: Die User geben dort freiwillig alle persönlichen Details bekannt – zumindest solche, die eine Zielgruppendefinition erlauben. Scheiße! So was hatte Google nicht!

Zwar hatte der Suchmaschinenkonzern nahezu gleichzeitig mit Facebook die Tore für einen eigenen, ganz ähnlichen Dienst Namens Orkut geöffnet, aber offenbar nicht ganz richtig vorangetrieben. Wie auch immer, Facebook entwickelte sich im Bereich des Data-Mining (Userdaten sinnvoll nutzen) prima und Google hatte in dieser Disziplin das Nachsehen. Eigentlich doof!

Da agiert man schon mit fast jedem Internetnutzer mehrmals täglich, kann diesen aber nicht näher beschreiben. Nur anhand seines Suchprofiles eine “unscharfe Sedcard” erstellen.

Eine Lösung musste her! Nach kurzem Blick in die Portokasse war sicherlich klar: Wir kaufen Facebook! Damit war aber Marc Zuckerberg nicht ganz einverstanden, zumindest rief er schon im Jahr 2007 einen Verkaufspreis von 10 Milliarden Dollar für sein Netzwerk auf. Diesen Preis wollte Google offenbar nicht bezahlen, sonst hätte das Zeitalter Internet schon im Jahr 2007 eine relativ dramatische Wendung vollzogen. Denn eine Kombination aus Facebook und Google zu einem gemeinsamen Instrument wäre schon eine extreme Waffe. Wie auch immer, für Google musste eine andere Lösung her und so erblickte das eigene Social Network mit Namen Google+ das Licht der Welt.

Googles Problem gelöst?

Nicht ganz! Das soziale Netzwerk Google+ funktioniert nicht ganz so toll wie das von Marc Zuckerberg. Wobei die inhaltliche Qualität bei Google+ durchaus besser ist, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass Google+ vorwiegend von einer vertriebs- und technikaffinen Personengruppe beruflich genutzt wird. Google+ ist daher im Vergleich zu Facebook mehr Expertenplattform als zeitvertreibender Katzenbildprovider. Das ist zwar schön für die Qualität, dennoch schlecht für die möglich denkbare Datenmenge. Es wäre doch besser, alle würden Google+ nutzen…. Die Chancen standen schlecht!

(Don´t) be evil – Google ändert sich

Bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt: Und so trug es sich zu, dass Google im März 2012 eine nicht ganz unerhebliche Änderung der Datenschutzbestimmungen vollzog: Seit März 2012, erlaubt sich Google die Daten eines Nutzers aus verschiedenen Google-Diensten zusammenzuführen. Och Gott, ist ja nicht schlimm! Sollen die doch…., oder?

Schauen wir uns einige dieser Dienste mal an: Google+, Google Mail, Websuche, Google Analytics, YouTube, Picasa, Büchersuche, Kalender, Übersetzer, Google Docs, Google Maps….

Ganz ehrlich: Da kommt eine Menge Daten zusammen! Und das leugnet bei Google ja auch niemand, im Gegenteil: Die Nutzung der gesammelten Daten soll das personalisierte Suchergebnis in Zukunft positiv beeinflussen – sagt das Unternehmen.

Achja und auch das vermeintlich unrentable Android Geschäft kann sich nun zu einer Goldgrube entwickeln, dem Gold des 21. Jahrhunderts: deine Daten. Aber das wiederum betrifft nun nicht nur Android, sondern auch Apple & Co.

Und damit ist ja eigentlich auch schon alles gesagt – wobei ich für Interessierte noch auf einen wunderbaren Artikel von Philipp Klöckner verweisen möchte, in dem er auf weitere “Gefahren durch Google” aufmerksam macht. Die aktuelle Diskussion um das Leistungsschutzrecht zwischen Google und den Verlagshäusern ist demnach nur die mögliche Spitze des Eisbergs. Der gesamte Online-Handel könnte durch Google zu deren Gunsten manipuliert revolutioniert werden.

Und wo wir gerade beim Thema Shopping sind, in einem meiner nächsten Artikel, möchte ich mich mit Amazon auseinandersetzen… Bleibt wachsam ;-)

 

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